Eine Studie belegt: Freelancer steigern die Produktivität und schaffen Arbeitsplätze

 

Ein positiver Zusammenhang zwischen der Anteil an Freelancer in einem Unternehmen und dessen Produktivität ist dank einer Studie nun erstmals belegt.

In den vergangenen Jahren nahm der Anteil an Freelancern in unserer Wirtschaft stetig zu. Doch während eine positive Korrelation zwischen dem Nutzen selbständiger Experten und dem Erfolg des Unternehmens stehts vermutet wurde, gab es dazu wenige Studien. Die Studie von Professor Andrew Burke (Trinity Business School) und Professor Marc Cowling (Derby Universität) untersuchte nun erstmals den Zusammenhang zwischen dem Anteil an Freelancern in einem Unternehmen und dessen Umsatz- sowie Beschäftigungswachstum. Dazu wurden 1028 geschäftsführende Inhaber und Manager aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen befragt. Die Befragten waren zuständig für das Budget und das Einstellen der Freelancer für die letzten zwei Jahre.

Die Ergebnisse zeigten, dass ab einem kritischen Anteil von 11% das Umsatzwachstum maßgeblich positiv beeinflusst ist. Unternehmen mit einem höheren Anteil an Freelancern machen mehr Marktgewinne, während Unternehmen mit einem kleinerem Freelancer-Anteil nur vernachlässigbare Vorteile daraus ziehen.

Zusätzlich fanden Burke und Cowling eine positive Korrelation zwischen dem Anteil an Freelancern und dem netto Beschäftigungswachstum. Entgegen der oft genannten Vermutung, dass Freelancer die normalen Arbeitnehmer ersetzen, zeigte die Studie, dass das Beschäftigungswachstum nicht nur die Anzahl an Freelancern ausgleicht, sondern sogar übertrifft. Demnach werden netto mehr Arbeitsplätze geschaffen. Auch hier ist ein Mindestanteil von 11% kritisch.

Der Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für selbständige Wissensarbeit, Carlos Frischmuth, sagte zu der Studie:

„Eine wichtige Analyse, welche unsere These bestätigt. Der Einsatz von hochqualifizierten Selbständigen fördert die Produktivität von Unternehmen und macht sie innovationsstärker und wettbewerbsfähiger. Das führt wiederum dazu, dass mehr Arbeitsplätze auch für Festangestellte aufgebaut werden können. Die Erkenntnis: Selbständigkeit und Festanstellung sind symbiotisch und nicht antagonistisch zu verstehen.“

Die Studie ist hier einsehbar. Der Bundesverband für selbständige Wissensarbeit wird in diesem Forschungsbereich weiter aktiv sein.